Marienkapelle in Bassenheim

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Die Marienkapelle auf dem Karmelenberg wurde 1662 auf Wunsch des Reichsfreiherrn Johann Lothar Waldbott von Bassenheim und seiner Gemahlin Anna Magdalena erbaut. Dem Bau dieser ältesten Barockkirche im Koblenzer Raum geht eine tragische Geschichte voraus:

Der Gräfin Anna Magdalena wurden während ihrer Ehe mit dem Reichsfreiherrn vier kranke Kinder geboren, die schon bald nach der Geburt starben. Als sie mit dem fünften Kind schwanger war, besuchte sie ihre frühere Erzieherin und Klostervorsteherin aus Luxemburg, Catharina Ginth, und schenkte ihr ein Marienbildnis aus Ton. Das Gnadenbild sollte dem Neugeborenen zu Glück und Gesundheit verhelfen.

So geschah es auch. Als das kleine Mädchen Maria Anthoinet gesund zur Welt kam, beschlossen die Eltern den Bau einer Marienkapelle und wählten als Standort die höchste Erhebung im Bassenheimer Land, den 372 Meter hohen Vulkankegel Karmelenberg. Damals war der Vulkan beim Volke noch als Hexenberg bekannt. Bei der Grundsteinlegung zur Marienkapelle entschied man sich dafür, den Berg umzubenennen. Wegen der schönen Aussicht von dort und wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Berg Karmel im Heiligen Land nannte man ihn fortan Karmelenberg.

Die Kapelle wurde zum Schrein des Marienbildnisses und entwickelte sich schon bald zu einer beliebten Wallfahrtstätte. Mit einem Hochaltar, zwei Seitenaltären, einer Kanzel, einem Beichtstuhl und einer kleinen Empore besitzt die Marienkapelle alle Einrichtungen einer kleinen Kirche. Das Gnadenbild ist dem im Mittelalter hochverehrten Marienbildnis von St. Foy nachgebildet und kam über Chimay in Belgien und das Kloster "Congregation de Notre Dame" in Luxemburg in die Bassenheimer Burg und schließlich auf den Karmelenberg. Heute ist das reizvolle Gotteshäuschen ein lohnenswertes Ziel für Wanderer und eine beliebte Kulisse für Heiratswillige.

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